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Bringt Alles Zusammen – Swissbau 2018

Bringt alles zusammen – Swissbau 2018

Vom 16.-20. Januar dieses Jahres traf die Swissbau, die wohl wichtigste Baumesse der Schweiz, erneut auf großes Interesse. Die knapp 100.000 Besucher konnten sich bei über 1000 Ausstellern informieren, beraten oder einfach inspirieren lassen. Das Spektrum des Gezeigten war sehr groß: über Planung, Roh- und Innenausbau, Gebäudetechnik und Energiemanagement bis hin zur Gestaltung, Smart Home und Digitalisierung in der Baubranche reichten die Themen. Soviel Innovation braucht genügend Raum, daher belegte die Swissbau die komplette Basler Messe und „dominierte“ auch verkehrstechnisch eine Woche lang das nördliche Stadtgebiet der Rheinmetropole.

Wenn man die Chance hat, so geballt auf derart hochkarätige Aussteller und eine Vielzahl Besucher zu treffen, garniert mit innovativen Ideen und den angesagtesten Themen der Baubranche, muss über eine Teilnahme nicht lange nachgedacht werden. Doch wie präsentiert man sich als „Newcomer“ am besten in der Schweiz? Zollbestimmungen, das Schweizer Recht und die Hausordnung des Messeveranstalters selbst wollen bedacht werden, die passende Halle, Standfläche und Ausrichtung des Messeauftritts Berücksichtigung finden. Professionelle Unterstützung käme jetzt gerade Recht.

Diese wurde uns von der Wirtschaftsförderung Sachsen zuteil. Gemeinsam mit den HWK Dresden und Leipzig organisiert man bereits seit einigen Jahren die Messeteilnahme sächsischer Unternehmen im Ausland und präsentierte sich bereits mehrfach auch in Basel. Als ideale Lösung hat sich dabei ein Gemeinschaftsstand erwiesen, welcher „unter einem Dach“ die geballte Kompetenz und das Können sächsischer Handwerksbetriebe zusammenfasst. Statt einzeln zu werben und sich zudem selbst um alle Formalitäten, Organisatorisches und die Versorgung vor Ort zu kümmern, wurde den beteiligten Unternehmen all dies von den Schultern genommen.

Gruppiert um eine zentrale Sitzfläche, reihten sich die Stände von 8 sehr unterschiedlichen Betrieben aneinander, an einer großzügigen Infotheke wurde zudem von Vertretern der Wirtschaftsförderung und der Handwerkskammern zum Standort Sachsen und grenzüberschreitender Zusammenarbeit informiert. Das Design des Standes war sehr offen, hell und dank beleuchteter Logomasten, auch sehr freundlich und ansprechend gestaltet. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass wir den schönsten Gemeinschaftsstand hatten, auch wenn dieser selbstredend nicht mit den teils riesigen Installationen großer Konzerne mithalten konnte und wollte. Statt viel Show wollten wir mit den Produkten und Leistungen selbst überzeugen.

Freundlich und einladend, der Gemeinschaftsstand des sächsischen Handwerks

Freundlich und einladend, der Gemeinschaftsstand des sächsischen Handwerks

Ebenso gut wie die Standgestaltung waren auch Transport und Unterbringung organisiert. Die HWK Leipzig initiierte einen Sammeltransport und so packten wir eine große Kiste mit all den technischen Komponenten, Werbematerialien und nützlichen Dingen voll, welche man erfahrungsgemäß auf einer mehrtägigen Messe benötigt. Basel liegt bekanntermaßen am Rhein und im Dreiländereck: Schweiz-Frankreich-Deutschland. Daher war es naheliegend, den bestens ausgebauten grenzüberschreitenden Verkehr für die Anreise mit dem ICE zu nutzen und täglich unkompliziert und auf kurzem Wege in und aus der Schweiz zu pendeln.

Untergebracht waren wir im Hotel Krone in Weil am Rhein, einem kleinen Städtchen, von dessen Weinbergen aus man einen guten Blick hinein nach Basel hat. Viel Gelegenheit und Zeit würde zum Erleben der landschaftlich schönen Region aber nicht bleiben, wie schade, dass die Swissbau nicht in jahreszeitlich attraktiveren Monaten stattfindet.

Gerade bei längeren Messen sollte man sich immer einen weiteren Tag für die Vorbereitung nehmen, und so reisten wir bereits am Montag, den 15. Januar an. Die Deutsche Bahn bringt einen von Leipzig aus in 6 Stunden ans Ziel, 2 weitere knappe Regionalbahnfahrten schließlich bis ins Hotel Krone. Wir nahmen nur die Zimmer in Beschlag und machten uns dann auf den Weg zur Swissbau. Dank der freundlichen Empfehlung unserer Wirtin, konnten wir die schnellste und stressfreiste Verbindung, die Buslinie 55, nutzen, welche permanent zwischen beiden Städten hin- und herpendelt. Als Leipziger meint man „typische“ Busfahrer zu kennen, wird aber in Basel eines Anderen belehrt. Die Schweizer sind deutlich gelassener, es wird selten geschimpft, alles in Ruhe gelöst, dafür aber auch bestimmt und selbstbewusst auf die Einhaltung der Regeln geachtet. Pünktlich nach Fahrplan kamen wir nur am Samstag an, was bei den vollbesetzten Bussen und dem dichten Verkehr, gerade zur Messezeit aber kein Wunder ist. Entschließt man sich mit dem PKW unterwegs zu sein, darf man gerne noch etwas mehr Zeit veranschlagen.

Selbstbewusst und hochmodern präsentiert sich in Basel die futuristisch anmutende Messehalle 1 Süd

Selbstbewusst und hochmodern präsentiert sich in Basel die futuristisch anmutende Messehalle 1 Süd

Basel ist eine rege Stadt, Fahrzeuge aller Art wuseln durcheinander, achten dabei aber stets peinlich genau auf die Verkehrsregeln. Ist man sich der empfindlich hohen Strafen für Sünder bewusst, wird klarer, warum alles so geordnet abläuft. Ob man an der Endhaltestelle Claraplatz oder bereits am Badischen Bahnhof aussteigt, bleibt sich gleich, die Messe Basel befindet sich genau dazwischen. Unübersehbar liegt die riesige und mir ihrer Metallverkleidung futuristische anmutende Messehalle 1 Süd inmitten der Stadt, unterquert von Straßenbahnlinien und verbunden mit 3 weiteren Messehallen, dem Messehochhaus, Hotels, Kongresszentren etc.

70 Veranstaltungen waren geplant, die wichtigsten würden hier stattfinden, auf dem Swisbau Focus

70 Veranstaltungen waren geplant, die wichtigsten würden hier stattfinden, auf dem Swisbau Focus

Da sich Sachsen in Halle 1.1. am Stand C60 unweit des Rondells präsentierte, nutzen wir die beiden Foyers direkt am Messeplatz und wurden dort bereits sehr freundlich in Empfang genommen. Apropos Freundlichkeit, dies scheint mir fast eine „Grundeigenschaft“ der Schweizer zu sein, denn zumindest all jene, mit denen wir sprachen, auf die wir trafen, auch außerhalb der Swissbau, waren ausnehmend freundlich und hilfsbereit. Nach dem Passieren der Drehkreuze fielen uns sofort die bereits weit fortgeschrittenen Bauarbeiten auf. Auf einem Großteil der Stände ging es bereits hoch her, man räumte, arrangierte, testete und bereitete sich vor. Auch im „Sachsenrevier“ wurde gewirbelt, Möblierung gestellt, Exponate ausgepackt, Netzwerkverbindungen eingerichtet und Präsentationsmonitore zum Laufen gebracht.

Netzwerkkonfiguration - Noch ein Tag bis zur Eröffnung

Netzwerkkonfiguration –
Noch ein Tag bis zur Eröffnung

Schnell entstanden die ersten Kontakte zwischen den Nachbarn, man lieh sich Akkuschrauber, und Cuttermesser oder informierte einander über die Örtlichkeiten. Auch an die Verkabelung musste gedacht werden, schließlich möchte man keine potentiellen Fallstricke legen. Ursprünglich hatten wir vorgesehen eine WellnerBOX „mobil“, wie bereits auf der CCEXPO, als zentrales Ausstellungsstück mitzunehmen. Bezogen auf die Standfläche wäre dies jedoch eindeutig zu viel des Guten gewesen, so dass wir uns auf einen Videokopf, gedruckte Informationen und teils „frisch“ gedrehtes Filmmaterial verließen. Zudem bestand die Möglichkeit sich jederzeit auf verschiedene WellnerBOXen aufzuschalten und damit auch die Features unserer Sicherheitslösung „live“ zu präsentieren. Nach einigen Stunden war alles bereit und wir freuten uns auf ein leckeres Abendmahl.

Weil am Rhein kann nicht nur mit hervorragenden Hotels, sondern auch ansprechenden Lokalen punkten. Wir mussten daher nur die Straße überqueren, um uns italienischen Köstlichkeiten hinzugeben. Zu später Stunde freuten wir uns dann vor allem auf die heißen Duschen und bequemen Betten unserer „Wohlfühl“-Zimmer.

Dienstag, 16. Januar 2018. Showtime. Ein sehr gutes Frühstück und einige hundert Meter Fußweg zur Bushaltestelle vertrieben auch die letzten Müdigkeitsreste und wir starteten erwartungsvoll in den ersten Messetag. Auf dem Weg zum Stand fiel auf, was sich noch alles getan hatte. Nun glänzte es allerorten, die legere Kleidung des Vortags war einem angemesseneren Outfit gewichen und man verspürte eine gewisse Aufregung / Vorfreude bei allen Ausstellern. 9 Uhr öffneten die Pforten der Swissbau und ab da strömten unentwegt Besucher durch die Hallen. Wenn wir uns nicht im Gespräch befanden, nutzten wir die Gelegenheit uns selbst einen Überblick zu verschaffen. Wir hatten uns bewusst für ein Viererteam entscheiden um nicht nur an den Stand gebunden zu sein, sondern selbst aktiv werden zu können, Vorträge und Veranstaltungen zu besuchen und potentielle Partner + deren Messeauftritte zu identifizieren.

Das Publikum war und blieb über alle Tage buntgemischt: Schüler / Studenten, Privatleute, Firmenvertreter und, vor allem am Samstag, Familien. Für uns auffällig: Schweizer sind etwas zurückhaltender, schauen erst einmal in Ruhe und möchten nicht „bedrängt“ werden. Kontakte entwickeln sich langsamer, man muss sich die Zeit nehmen (wollen). Ist man jedoch im Gespräch, wundert man sich immer wieder über die modernen Ideen und kreativen Gedanken, die interessanten Vorhaben und Pläne, welche auch durch über 60-jährige erläutert werden. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen stets eine wichtige Rolle, ein Ansatz, welchem wir in der WellnerBOX selbst von Beginn an folgten.

Die markante, leuchtend weiß-grüne Standgestaltung und die von überall zu lesenden Sachsen! Werbungen funktionierten bestens und führten zu etlichen Gesprächseröffnungen. Scheinbar ist unser Bundesland nicht nur sehr bekannt, sondern auch beliebt und wird von Schweizern gern und oft besucht. Während der Messetage kümmerte sich Jan Zimmermann charmant um uns Aussteller und versorgte uns bspw. stets mit erfrischenden Getränken, Kaffee, Obst und Gebäck. Dies war nicht nur lecker, sondern auch praktisch, denn wenn man sich mit Interessenten an den Tisch setzt gehört ein guter Kaffee einfach dazu, welchen frisch gekocht anzubieten für uns nun sehr einfach war.

Apropos Betreuung. Während der Messetage befanden sich auch Vertreter der beiden HWK vor Ort und standen uns als Ansprechpartner zur Verfügung. Man bot uns organisierte Einblicke ins schweizerische Recht an, Messerundgänge u.v.m. Am Stand zauberte Jan jeden Tag ein frisch zubereitetes Mittagessen für uns, so dass tagsüber bestens für unser leibliches Wohl gesorgt war, ein Umstand, der sicherlich zur guten Gesamtstimmung beitrug.

Charmante Versorgung vor Ort war garantiert durch "thebarman" Jan

Charmante Versorgung vor Ort war garantiert durch „thebarman“ Jan

Mit fortschreitender Woche stellte sich Routine bei uns ein. Man (er)kannte seine Busfahrer und Mitreisenden, grüßte die Messestandnachbarn und freute sich auf einen weiteren Tag Swissbau. Zu Beginn einander noch fremd, schweißten die vielen Messestunden uns Sachsen zusammen und neben dem Verständnis für und viel neu Gelerntem aus den anderen Gewerken, fand man auch mehrfach Ansatzpunkte für gemeinsame Projekte. Ein besonderer Dank geht an das Team der LMW Leuchten Manufaktur Wurzen GmbH für den interessanten Austausch und die gemeinsam verlebten unterhaltsamen Messetage.

Viel zu schnell nahte der Samstag und damit auch die Abreise. Noch ein letztes Mal schweifte man über die Swissbau, tauschte Kontaktdaten aus und bereitete schließlich die Transportbox vor. Zurück in die Heimat brachte uns erneut die Deutsche Bahn, denn glücklicherweise waren die Schäden durch Sturm „Friederike“ größtenteils behoben.

Unser Fazit? Dies war die erste, wird aber nicht die letzte Schweizer Messe für uns bleiben. Als Nächstes treten wir als Gast der Condecta, eines renommierten Schweizer Unternehmens auf der Baumaschinen-Messe Bern auf. Man sieht sich doch, oder?

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